Unsere Jahreskrippe in St. Raphael
Unsere Jahreskrippe im April zeigt uns die Bernadette von Lourdes. Vielleicht tut es uns gut, auf die Wunder zu schauen, auf Lebensgeschichten, die nicht leicht waren, deren Schicksal nach ganz unten führte und eine glückliche Wendung brachte. Und für so viele Menschen bis heute von unendlicher Bedeutung ist. Wer hat nicht schon von der Grotte in Lourdes gehört, von dem Wasser, das so vielen geholfen hat?
Schauen wir auf Bernadettes Leben:
Bernadette wird am 7. Januar 1844 in Lourdes, einer kleinen Stadt in den Pyrenäen, als Tochter eines wohlhabenden Müllers geboren.
Die Familie hat zunehmend gesundheitliche und finanzielle Probleme. Mit Beginn der Industrialisierung verschwinden nach und nach die Wassermühlen. Louise und François verschulden sich wie so viele andere Familien. In der Mühle fehlt es an Geld. In nur wenigen Monaten sind sie gesellschaftlich zu den Ärmsten der Armen abgestiegen, das heißt, sie können nichts als die Kraft ihrer Arme zu Verfügung stellen, sofern sich jemand überhaupt bereit erklärt, sie einzustellen. 1854 müssen die Soubirous mit ihren vier Kindern die Mühle von Boly verlassen. Sie ziehen mehrmals um und von Mal zu Mal wird ihre Unterkunft billiger und kleiner, bis sie schließlich von ihrem Cousin kostenlos in einer der dunklen und modrigen Zellen des ehemaligen Gefängnisses der Stadt untergebracht werden.
Die Zeit der Erscheinungen…
Am 11. Februar 1858 macht sich die 14jährige Bernadette Soubirous vom Cachot aus auf, um mit ihrer Schwester und einer Freundin Feuerholz am Ufer des Gave zu sammeln.
Alles beginnt mit einem Windstoss in den Pappeln… In einer Felsnische sieht Bernadette eine „weiß gekleidete Dame“:
„Ich dachte, ich hätte mich getäuscht und rieb mir die Augen… Ich blickte ein weiteres Mal dorthin und sah immer noch dieselbe Dame.“
Zwischen Februar und Juli erscheint ihr die Muttergottes 18 Mal. Erst am 25. März nennt sie ihren Namen. Es ist die 16. Erscheinung. Meistens sind die Begegnungen zwischen Maria und Bernadette jedoch wortlos…
Bei der dritten Erscheinung fragt die Dame Bernadette:
„Wollen Sie mir die Ehre erweisen, fünfzehn Tage lang hier her zu kommen?“
Am 24. Februar erhält Bernadette die Botschaft „Betet für die Sünder“, am 25. sagt ihr die Dame, sie soll „aus der Quelle trinken und sich dort waschen“. Sie beginnt im Schlammboden im Inneren der Grotte mit den Händen zu graben und entdeckt bald darauf eine Quelle.
Am 2. März sendet die Dame Bernadette mit zwei Aufträgen zu den Priestern: „Sagen Sie den Priestern, dass man in Prozessionen hier her kommen soll und eine Kapelle erbauen soll.“ „Sie sah mich an wie jemand, der mit jemandem anderen spricht.“
Durch ihre Begegnungen mit Maria lernt Bernadette, dass Gott sich für sie interessiert und den Ärmsten der Armen, denjenigen, die die Welt ignoriert und ausgrenzt, nahe ist.
Während der Zeit der Erscheinungen lässt sich Bernadette weder von den Verhören noch von den Menschenmassen einschüchtern. Sie behält ihre Einfachheit und innere Freiheit bei. „Ich bin damit beauftragt worden, es Ihnen zu sagen, nicht, Sie davon zu überzeugen!“
Später wird sie im Hospiz von Lourdes als Internatsschülerin bei den Schwestern der Nächstenliebe von Nevers aufgenommen. In dieser Zeit überlegt sie, was sie aus ihrem Leben machen möchte. Freiwillig entscheidet sie sich, in den Orden einzutreten.
„Ich liebe die Armen, ich pflege gerne kranke Menschen, ich bleibe bei den Schwestern von Nevers.“
Oft ist sie jedoch selbst krank. Ihr Leben ist einfach und gewöhnlich. Bernadette ist ein fröhlicher und hilfsbereiter Mensch.
„Ich werde keinen Augenblick leben, ohne zu lieben.“